Sheeplive – Schäfchen gegen Online-Risiken

Die Website Sheeplive.eu zeigt Zeichentrickfilme in denen Online-Risiken auf unterhaltende, kindgerechte Art thematisiert bzw. dargestellt werden. Die primäre Zielgruppe dieser Cartoons sind Kinder im Primarschulalter.

Sheeplive hat sich folgende Ziele gesetzt:

  • Präventiv gegen Online-Risiken vorgehen
  • Verhaltensregeln im Web (Netiquette) vermitteln
  • Kritisches Denken fördern

Ich finde, das Projekt beschreitet mit den Cartoons einen sehr ansprechenden Weg für die Thematisierung der Online-Gefahren im Unterricht. Die Lehrperson muss nicht mit dem Mahnfinger vor die Klasse stehen. Die Geschichten der Schäfchen sind eindrücklich genug.

In den allgemeinen Infos werden Hintergrundinfos zum Projekt vermittelt. Aber auch die bereits publizierten und die geplnaten Videos sind hier aufgelistet.

Für Lehrpersonen steht ein lesenswertes «Methodik-Handbuch zum Einsatz der Sheeplive-Cartoons im Unterricht» als PDF zum Download bereit.

Neben den Videos werden auch Spiele, ein Quiz, allerlei Downloads (Wallpapers, Ausmalbilder u.a.) angeboten. Auch ein Glossar zum Nachschlagen von Akronymen, die im Web gebräuchlich sind,  kann benutzt werden.

(via Lernwolke)

Fotoroman mit der Polizei

Das Erstellen von Fotoromanen / Fotostories ist eine wunderbare Möglichkeit um Themen und Geschichten aufzubereiten. Auf kreative Weise können schöne Fotogeschichten entstehen.
Neben sprachlichen und sozialen Zielen, werden auch medientechnische, medienbildnerische und gestalterische Ziele verfolgt. Nicht vergessen sollte man allerdings die rechtlichen Aspekte.

Artikel aus «Der Bund»In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Beobachter (Nr. 12/2011) bin ich auf die Geschichte «Der Überfall, der keiner war» gestossen. (Leider ist der Artikel nicht online einsehbar.) Der Artikel nimmt Bezug auf einen Artikel in der Zeitung «Der Bund»: «Konfirmanden spielen Banküberfall und lösen Polizei-Grosseinsatz aus».
Es wird beschrieben, wie Konfirmanden ein Fotoprojekt realisieren. In einer Bank. Ein Überfall. Der Pfarrer hatte die Erlaubnis der Bank eingeholt und es wurde nur im Inneren der Bank fotografiert. Durch die Aktivitäten der vermeintlichen Bankräuber aufgeschreckt wurde von einer unbeteiligten Person die Polizei informiert, die prompt mit 20 Mann ausrückte. Sowohl die Bank wie auch der Pfarrer hatte es versäumt, die Polizei vorgängig zu informieren.

Zuerst einmal muss man schmunzeln, wenn man den Artikel liest. Dumm aber auch, dass die Polizei vergessen ging. Das Beispiel zeigt, dass man nicht einfach losziehen und knipsen kann. Es müssen allerlei Dinge beachtet werden.
Wissen muss man, dass es eine Bewilligung braucht, wenn man an nicht öffentlichen Orten fotografieren möchte. Eine Erlaubnis braucht es aber auch von den fotografierten Personen. Genau das ist aber den Schüler/innen kaum bewusst, wie man anhand der publizierten Fotos auf Facebook & Co erkennen kann.
Ein Fotoroman ist also eine gute Gelegenheit, das Recht am eigenen Bild zu thematisieren:

Schüler/innen sollten folgenden Grundsatz kennen:
Jede Person hat das Recht selber zu entscheiden, ob sie fotografiert werden will und was mit dem geschossenen Foto danach gemacht wird (Persönlichkeitsrecht – Recht am eigenen Bild). Wenn man ohne Einwilligung Bilder mit gut erkennbaren Menschen macht und diese weiterverbreitet, verletzt man die Rechte der abgebildeten Person und kann verklagt werden.

Bildquelle: my-pad.ch

Ja, ich weiss, dass es da noch diverse juristische Feinheiten gibt und das ganze für Laien recht komplex ist. Es geht ums Erkennen des Grundsatzes.

Was Schüler/innen daraus lernen:
Personen müssen um Erlaubnis gefragt werden, bevor Fotos von ihnen weiterverbreitet bzw. publiziert werden. Dabei ist es egal, ob die Bilder auf Facebook gestellt oder in der Schülerzeitung im Quartier verteilt werden.

 

Interesse einen Fotoroman in der Klasse herzustellen:

 

Datenfalle Facebook

Via Beat Döbeli und die PHTG auf den Beitrag der Sendung Kassensturz zu Facebook aufmerksam geworden. Der Kassensturz zeigt auf, dass sich Facebook sämtliche Rechte der auf Facebook hochgeladenen Daten nimmt. Konkret: Facebook kann mit den Daten machen was es will:

Fast zwei Millionen nutzen in der Schweiz Facebook. Doch der Internet-Gigant erlaubt sich einiges: Ohne es zu merken geben Facebook-User alle Rechte an ihren Daten fast vollumfänglich ab. Die Allgemeinen Nutzungsbestimmungen von Facebook würden die schweizerischen Datenschutz-Bestimmungen aushebeln, kritisiert Bruno Baeriswyl, Datenschutzbeauftragter des Kantons Zürich.
Jedes Facebook-Profil ist passwortgeschützt. Das vermittelt den Benutzern ein Gefühl von Sicherheit. Der Eindruck entsteht: Da ist man unter Freunden. Doch weit gefehlt. Die umfangreichen Facebook-Nutzungsbestimmungen sprechen eine andere Sprache.
(Quelle: http://www.sf.tv/sendungen/kassensturz/manual.php?catid=kassensturzsendungsartikel&docid=20100427-facebook)

Im medienpädagogischen Kontext ist Facebook (und andere Community-Plattformen) ein Thema. Dabei geht es meist darum, die Jugendlichen (und deren Eltern) dafür zu sensibilisieren, welche Auswirkungen die veröffentlichten, persönlichen Daten haben können. Nicht alles muss und soll allen zugänglich gemacht werden. Zurückhaltung ist angebracht.

Die Einstellungen von Facebook müssen entsprechend vorgenommen werden. Dabei helfen die folgenden Angebote:

Die Tatsache, dass man sämtliche Rechte an den eigenen Daten an Facebook abgibt, sollte alle zusätzlich für die Thematik sensibilisieren.

Übrigens:
Zufällig bin ich beim Schreiben dieses Beitrages auf das Dossier «Facebook & Co.: Internet-Communities» von SF Wissen gestolpert. Hier werden interessante und sehenswerte Beiträge gelistet.

enter – Ratgeber digitale Medien

Die Swisscom hat in den vergangenen Jahren den SchoolNetGuide publiziert. Es handelte sich dabei um einen Internet-Ratgeber, der ursprünglich für Lehrer/innen konzipiert, aber auch darüber hinaus sein Publikum gefunden hat. In einer ganzen Reihe von Broschüren hat die Swisscom viele Internetthemen aufgegriffen und dazu Infos, Tipps und Links zusammengestellt.

Seit der letzten Ausgabe des SchoolNetGuides zum sozialen Internet sind bereits fast zwei Jahre vergangen. Doch nun ist ein Nachfolger gefunden:

enter – Ratgeber digitale Medienenter

Risiken und Gefahren der Medienwelt

Die aktuelle Broschüre widmet sich dem Jugendmedienschutz. Sie ist wirklich gelungen und sehr interessant. Sie kann heruntergeladen (PDF) oder online betrachtet werden.

Alle erdenklichen Risiken von Pornos auf dem Handy, Killerspiele, Cyber-Mobbing und Cyber-Grooming bis hin zu möglichen Suchtverhalten werden aufgegriffen und erläutert. Dies geschieht aber nicht im Sinne einer Verteufelung der Medien. Es handelt sich vielmehr um eine Bestandesaufnahme der aktuellen Risiken und Gefahren.

Zu jedem Thema werden schliesslich Strategien für Eltern und deren Kinder zum Umgang mit den Gefahren aufgezeigt.

Medienkonvergenz

Interessant finde ich den Wandel vom SchoolNetGuide zu Enter in Bezug auf die Medienkonvergenz. Während der SchoolNetGuide lediglich als Print/PDF zur Verfügung stand, steht jetzt eine angereicherte Plattform im Internet zur Verfügung.

So kann z.B. das Interview mit Prof. Daniel Süss in der Broschüre nachgelesen und in verkürzter Form auch als Video-Interview angeschaut werden. Auch für die anderen Experten-Interviews ist das so.
Selbstredend ist, dass es ausführliche, kommentierte Linklisten und Hinweise zu weiterführenden Quellen im Internet hat.
Für Eltern steht auch ein sogenannter «Medienkompetenz-Test» bereit. Dieser verdient allerdings seinen Namen nicht im geringsten. Es wird den Eltern höchstens aufgezeigt, was sie über die neuen Medien und den Umgang ihrer Kinder damit alles nicht wissen. Abgesehen von einigen nichtssagenden Sätzen, werden am Schluss lediglich eine Reihe von Links präsentiert.

Ich freue mich auf weitere Ausgaben von enter.

Passwörter in der Schule

Das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Passwörtern bzw. dem sicheren Umgang mit Passwörtern ist bei Lehrer/innen nicht sehr weit ausgebildet. Oft wird das Thema eher stiefmütterlich behandelt. Das gilt dann auch für die Kinder und Jugendlichen in deren Klassen.

Zwar ist bei allen unbestritten, dass man im eigenen Alltagsleben Passwörter geheim hält. Den Pin-Code der Bankkarte würde niemand offen auf dem Lehrerpult rumliegen lassen. In der Schule scheint das aber dann doch nicht so wichtig:

Es ist nicht schlimm, wenn sich jemand mit meinem Lehrer-Passwort einloggen könnte. Ich habe sowieso keine wichtigen Daten auf dem Schulcomputer.

Wobei die Lehrer/innen vergessen, dass mit dem Lehrerlogin auch Daten anderer Lehrer/innen eingesehen, verändert, gelöscht werden können. Um die Zusammenarbeit und den Austausch der Lehrer/innen zu erleichtern, haben sie auf entsprechende Laufwerke im Netzwerk gemeinsam Zugriff. Selbst wenn dort (hoffentlich) niemand sensible Daten abgelegt hat, kann es schnell mal ärgerlich und zumindest aufwändig werden. Was wenn die gemeinsame Vorbereitung des Sporttages oder der nächsten Projektwoche plötzlich gelöscht wird?

Schüler/innen vergessen ihr Passwort häufig. Es ist besser, wenn alle das gleiche Passwort haben.

Es stimmt, dass es manchmal mühsam ist, vergessen gegangene Passwörter wieder zurückzusetzen. Aber gerade in der Schule kann man dadurch auch lernen, wie man mit Passwörtern umgehen soll. Persönliche Passwörter sind ein «Muss». Spätestens dann, wenn mit Diensten wie educanet2.ch gearbeitet wird, liegt das auf der Hand. Kein/e Schüler/in soll im Namen anderer Mails verschicken oder Inhalte publizieren können.
Die Stärke und somit Behaltensschwierigkeit der Passwörter kann und muss natürlich dem Alter der Schüler/innen angepasst werden.

Es würde viel zu lange dauern, wenn sich jedes Kind selber an- und abmelden müsste am Computer.

Es stimmt, dass ein persönliches Login Zeit benötigt. Da kann ich gar nicht widersprechen. Gerade kleinere Schüler/innen, werden dafür viel Zeit benötigen. Dennoch würde ich hier nicht auf dem Alter angepasste Passwörter verzichten.

Weshalb soll ich im Unterricht Zeit investieren, um mit den Kindern Passwörter zu bilden? Sie verraten ja die Passwörter sowieso gegenseitig.

Es gibt immer einzelne Kinder, die ihr Passwort weitergeben an die beste Freundin oder den besten Kumpel. Einige wählen ihr Passwort bestimmt auch so, dass es leicht zu erraten ist (FCB-Fan, ronaldinio u.ä.). Genau diese Verhalten werden aber thematisiert im Unterricht.
In der Klasse könnte man ein Spiel machen: Wer das Passwort eines anderen errät und der Lehrerin mitteilt, gewinnt einen Znüni oder etwas anderes.

Quellen im Internet zum Thema:

Sicheres Passwort (Film)

Quelle: Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN)

Quelle: Deutschland sicher im Netz e.V. (DsiN)

Optische Täuschungen

Das Thema «Unsere Sinne» oder ähnliches wird in vielen Klassen der Unterstufe behandelt. Dabei werden auch die eigenen fünf Sinne (sehen, hören, riechen, schmecken, tasten) getestet. Es werden zum Beispiel Tastspiele gemacht. Mit verbundenen Augen müssen die Kinder Gerüche erraten oder Esswaren erschmecken. Sie trainieren dabei die eigene Wahrnehmung und lernen etwas über die Funktionsweise der Sinne.

Die Sinne können aber auch getäuscht werden. Klassischerweise kommen hier im Unterricht optische Täuschungen zum Zuge. Es handelt sich dabei um visuelle Illusionen. Unsere Sinne werden dabei getäuscht. Scheinbar krumme Linien sind in Wahrheit gerade. Farben verändern sich in ihrer Umgebung. Statische Bildelemente scheinen sich zu bewegen u.a.m.

Manchmal sind es aber nicht die Sinne, die uns täuschen. Vielmehr sorgen die Ersteller von Fotos und Videos dafür, dass wir etwas sehen, was es eigentlich gar nicht gibt. Bilder können manipuliert werden. Eigentlich muss man sich, genau wie bei den klassischen optischen Täuschungen, fragen, was Wirklichkeit und was Illusion ist. Und genau damit ist der Bogen zur Vermittlung und Reflexion von mediepädagogischen Fragestellungen geschlagen.

Mögliche Unterrichtsinhalte:

  • (Werbe-)Fotos betrachten und sich überlegen, was wohl verändert wurde.
    Was wurde verändert und weshalb?
  • Bilder mit offensichtlichen Photoshop-Fehlern anschauen und analysieren.
    Wo ist der Fehler und was war das Ziel der Manipulation / Retusche?
  • Eigene Bilder und Fotos verändern.
    Sich schminken am Computer oder sich in eine neue Umgebung setzen u.ä.
  • Ein eigenes Video drehen (Stopp-Trick-Video).
    Ein Video drehen, in dem ein Kind ein anderes wegzaubert u.ä.
  • u.v.a.

Dazu passend noch dies:

Passende Links:

Medienpädagogik, Medienkompetenz, Medienbildung

In der Presse und im Gespräch mit Kolleg/innen begegne ich laufend unterschiedlichen Begriffen: Medienpädagogik, Medienerziehung, Medienkompetenz, Medienbildung. Aus meiner Sicht sind die Begriffe nicht trennscharf definiert, es gibt Überschneidungen und jeweils noch verschiedene Ausgestaltungen der Begriffe. Welche Begriffe soll ich also im Alltag verwenden?

Medienpädagogik und Medienerziehung

Medienpädagogik umfasst für mich «alle Bereiche, in denen Medien für die Entwicklung des Menschen, für die Erziehung, für die Aus- und Weiterbildung sowie für die Erwachsenenbildung pädagogische Relevanz haben» (Issing, 1987). Zentrale Bestandteile sind etwa die Medienerziehung die Mediendidaktik und die informationstechnische Bildung. Wobei sich die Medienerziehung eher an den «alten» (Massen-)Medien (z.B. dem Fernsehen) orientiert und sich nur teilweise auf die heutige Web-2.0-Realität übertragen lässt.

Im Alltag, d.h. im Gespräch mit Lehrer/innen, Schulleiter/innen und Behörden, benutze ich die Begriffe Medienpädagogik und Medienerziehung kaum.

Von der Mediendidaktik zur Medienkompetenz

Als die Computer langsam in die Primarschulzimmer eingezogen sind, wurden fast ausschliesslich mediendidaktische Aspekte hervorgestrichen. Der Computer wurde von den Pädagogischen Hochschulen und den Bildungsdirektionen als Werkzeug und Hilfsmittel zur Erreichung der bestehenden Lehrplanziele propagiert.
Schleichend ändern sich nun die Anforderungen an die Schulen. Sie sind konfrontiert mit Schüler/innen, die sich in ihrer Freizeit intensiv mit den Medien auseinandersetzen. Die Erwartung, Schulen hätten in der aktuellen Informations- und Wissensgesellschaft Medienkompetenz zu vermitteln, wurde und wird immer stärker. Der Begriff Medienkompetenz ist allgegenwärtig.

Ich verwende den Begriff Medienkompetenz sehr oft. Dass kein einheitlicher Medienkompetenz-Begriff existiert und es verschiedene Ansätze gibt, scheint zunächst problematisch. Vielleicht ist es im Alltag aber auch genau das, was den Begriff wertvoll macht. Zumindest habe ich den Eindruck, dass darunter alle etwas Wichtiges verstehen.

Und was ist Medienbildung?

Medienbildung ist ein verhältnismässig junger Begriff und daher auch noch nicht klar definiert.

Die Website medienbildung.ch fasst unter dem Begriff Medienbildung sowohl die Medienerziehung als auch die informationstechnische Bildung zusammen. «Medienbildung hat Selbstbestimmung und umfassende Mündigkeit zum Ziel.» Für mich ist Medienpädagogik begrifflich teilweise schwer von Medienbildung abzugrenzen.

Dieter Spanhel sieht Medienbildung als Teilaspekt der Persönlichkeitsbildung und als Teil der Allgemeinbildung. Im Sinne seiner Definition wäre Medienpädagogik ein Teilaspekt der Medienbildung (siehe mediaculture-online.de).
Aus der Grafik von Hettinger wird die Abgrenzung von Medienbildung und Medienkompetenz deutlich. Die Grafik ist hier in der Version des MedienABC-Weblogs abgebildet:

Medienbildung

Medienbildung ist ein recht umfassender Begriff. Ähnlich wie der Begriff Medienkompetenz ist er trotz oder eben gerade wegen der unterschiedlichen Definitionen sehr für alltägliche Diskussionen geeignet.

Fazit:
Für alltägliche Diskussionen und Gespräche sind für mich die Begriffe Medienkompetenz und zunehmend auch Medienbildung wichtig und sinnvoll.

Porträt pimpen

Im Notizblogg Medien bin ich in den Beitrag auf «Tolle Ideen mit Bildern und Videos» gestossen. Bei den vorgestellten Tools handelt es sich nicht um allgemeine Online-Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop Express, Splashup, FotoFlexer, Picnik, Pixenate, Snipshot, Cellsea, Lunapic und NexImage (siehe hier). Vielmehr geht es bei den Tools gezielt darum, (eigene) Porträtbilder zu verändern bzw. aufzumotzen. Was man natürlich teilweise auch mit den obengenannten Sites erreichen kann, z.B. mit den Werkzeugen von FotoFlexer.

Die Selbstdarstellung/-inszenierung (mit Medien) hat bei Jugendlichen einen grossen Stellenwert. Sie ist Teil der persönlichen Identitätsfindung und deshalb für die Jugendlichen wichtig. Die Community-Plattformen facebook oder netlog zeugen davon. Die unten aufgeführten Tools eignen sich aus meiner Sicht, um das Thema Selbstdarstellung mit Medien (auf witzige) Weise zu thematisieren: Wie will ich mich (nicht) darstellen? Was darf/soll öffentlich sichtbar sein? Welche Grenzen ziehe ich bei der Publikation von Infos und Bildern? u.a.m.

Die Tools:

Pikipimp

pikipimpPikipimp bietet auf der Website an, hochgeladene Fotos auf einfachste Art mit zusätzlichen Accesoires zu versehen. Köpfe und Gesichter können mit Hüten, Bärten, Brillen, Zähnen und vielem mehr ausgestattet werden. Die Bilder werden schliesslich auf den eigenen Computer heruntergeladen und ausgedruckt.
(Quelle: ICT-Newsletter Nürensdorf)

Für Lehrer/innen habe ich vor längerem eine Anleitung (pdf) geschrieben.

BeFunky

befunky BeFunky: «Funky Ways to express yourself». Es stehen mehrere, unterschiedliche Tools zur Verfügung. Mit dem Cartoonizer können eigene Porträtbilder in verschienenartigste Cartoons und Comics verwandeln. Mit Uvatar können komplette Persönlichkeiten mit dem eigenen Kopf kreeirt werden. Aus Fotos können Grusskarten mit Hilfe von vielen Hilfsmitteln geschaffen werden. Demnächst soll sogar ein Video-Cartoonizer zur Verfügung stehen.

PicHacks

pickhacksBei PicHacks kann man Spass mit Symmetriebildern haben. Ein Porträtbild wird in der Mitte geteilt und dann zwei gleiche Hälften zu einem Gesicht neu zusammengesetzt. Spannende und lustige Resultate erzielt, wenn man bereits beim Fotografieren den «richtigen» Aufnahmewinkel beachtet.

Dumpr

dumprBei Dumpr können verschiedene Effekte angewendet werden. Zudem ist es möglich sich in einer bestimmten Szene zu platzieren, z.B. als Bild im Museum oder auf dem Handydisplay.

Cameroid

cameroidDie Fotos werden auf der Site von Cameroid direkt mit der Webcam des eigenen Computers aufgezeichnet. Danach können verschiedene Filter oder Szenerien ausgewählt werden. Leider lassen sich die Werkzeuge nicht kombinieren. Spannend ist dieser Dienst vor allem deshalb, weil man seine Pose quasi vor dem Spiegel präsentieren kann. Man sieht ja auf dem Monitor immer sofort, wie man selbst abgelichtet wird.

Fun Photo Box

funphotoboxBei Fun Photo Box wird das eigene Porträtbild in eine der knapp 40 vorgegebenen Szenen gesetzt. Sei es als Rockstar, Verbrecher in der Zeitung, auf einem Zeichenblatt oder einfach auf einem Fernsehbildschirm.

PhotoFunia

PhotoFunia

Bei PhotoFunia wird das eigene Porträtbild wie bei der oben erwähnten Plattform in eine vorgegebene Umgebung gesetzt. Es stehen ca. 80 solcher Szenen zur Verfügung.
[Nachtrag vom 16.1.09]

Yearbook Yourself

yearbookyourselfAuf Yearbook Yourself kann das eigene Bild wie in einem Jahrbuch einer amerikanischen Schule präsentiert werden. Das lustige dabei ist, dass man das eigene Aussehen so verändern kann als stamme man aus den 50er-, 60er-, 70er- und 80er-Jahren.
Yearbook Yourself ist momentan nicht verfügbar und kann erst im Sommer 2009 wieder eingesetzt werden.

Animoto

Animoto passt nicht in die Reihe der aufgelisteten Dienste. Hier können nicht Bilder und Fotos verändert werden. Stattdessen lassen sich aus bestehenden Fotos animierte Diashows bzw. Filme herstellen. Für das Gestalten der eigenen Selbstdarstellung kann Animoto aber sehr gut zum Zuge kommen.

Die digitale Blutgrätsche

Von «Moritz und die digitale Welt» gibt es einen Videocast der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen produziert wird.

Doch wer ist Moritz? Moritz ist die Hauptperson in einer Serie von Video-Podcasts der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen. Insgesamt besteht die Serie aus 31 Video-Podcasts, welche sich mit den Themen Urheberrecht, Wikipedia, Handy, Identität im Netz, Datenspuren & Datenschutz, Informationen im Netz und Rechtsextremismus im Netz beschäftigen. (Quelle: medienmami)

Einer der Beiträge heisst
„Die digitale Blutgrätsche“: Cybermobbing – wie damit umgehen?

Die Beiträge sind informativ und Dank der konkreten Fälle auch interessant anzuschauen. Sie richten sich hauptsächlich an Jugendliche, wobei natürlich auch Erwachsene einiges erfahren können zum Umgang mit der digitalen Welt.

11 Kernkompetenzen der Medienpartizipation

In seinem grundlegenden White Paper „Confronting the Challenges of Participatory Culture: Media Education in the 21st Century“ (verfügbar auf www.newmedialiteracies.org) beschreibt der am MIT lehrende Medientheoretiker Henry Jenkins insgesamt 11 Kernkompetenzen im Umgang mit partizipativen Medien. Die Vermittlung dieser Kompetenzen ist eine der wichtigsten Aufgaben einer zeitgemässen Medienpädagogik […]. (Quelle: Donau-Universität Krems)

Das Poster kann in Druckqualität von der Website der Donau-Universität Krems heruntergeladen werden.

Aus dem Original-Dokument «Confronting the Challenges of Participatory Culture: Media Education for the 21st Century» (PDF):
The new skills include:

  • Play — the capacity to experiment with one’s surroundings as a form of problem-solving
  • Performance — the ability to adopt alternative identities for the purpose of improvisation and discovery
  • Simulation — the ability to interpret and construct dynamic models of real-world processes
  • Appropriation — the ability to meaningfully sample and remix media content
  • Multitasking — the ability to scan one’s environment and shift focus as needed to salient details.
  • Distributed Cognition — the ability to interact meaningfully with tools that expand mental capacities
  • Collective Intelligence — the ability to pool knowledge and compare notes with others toward a common goal
  • Judgment — the ability to evaluate the reliability and credibility of different information sources
  • Transmedia Navigation — the ability to follow the flow of stories and information across multiple modalities
  • Networking — the ability to search for, synthesize, and disseminate information
  • Negotiation — the ability to travel across diverse communities, discerning and respecting multiple perspectives, and grasping and following alternative norms.

Im Papier von Jenkins werden die Skills mit Handlungsmöglichkeiten ab S.22 ausführlich erläutert.
Mit Interesse habe ich aber die vorhergehenden Kapitel gelesen. Zum Beispiel folgende:

  • Why We Should Teach Media Literacy: Three Core Problems
    • The Participation Gap
    • The Transparency Problem
    • The Ethics Challenge
  • What Should We Teach? Rethinking Literacy
    • What New Skills Matter? New Social Skills and Cultural Competencies