Online-Speicher für Privatanwender und Schule

Seit etwas mehr als einem Jahr setzt ich mich intensiver mit den Angeboten von verschiedenen Online-Speichern auseinander. Mehrere Dienste habe ich ausprobiert und verglichen. Zwei davon brauche ich im Alltag. Zeit, um mal eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Es gibt eine ganze Menge Dienste, die Online-Speicher anbieten. Es braucht schon einige Zeit, um sich in die Angebote zu vertiefen und diese im Detail zu verstehen bzw. zu erspüren. Ich möchte an dieser Stelle keine technische Leistungsschau veranstalten. Wer daran interessiert ist, vergleicht die Daten der Anbieter und liest in Foren über die Sorgen und Nöte beim Einsatz der Angebote. Hier nur mal die Links auf die aus meiner Sicht momentan populärsten Angebote:
Dropbox, Wuala, MyDrive, SugarSync, SafeSync, Mozy, TeamDrive, …

Wer möchte kann Vergleichsdienste bemühen, z.B. online-speicher.infocloudsider.com oder syncdienste.de.vu. Man muss allerdings beachten, dass die Angaben im Detail nicht unbedingt korrekt sind. Offenbar verändern sich die Angebote so schnell, dass die meisten Vergleichsdienste nicht nachkommen mit dem Aktualisieren der Angaben.

Im Grossen und Ganzen bieten die Anbieter die gleichen Funktionen. Dazu gehören:

  • Online-Speicherung von Dateien
  • Online-Backup (von lokalen Verzeichnissen)
  • Synchronisation (zwischen Online-Daten und mehreren Geräten)
  • Teilen / Publizieren

Wie diese Funktionen im Detail umgesetzt werden, ist allerdings sehr unterschiedlich. Allen Angeboten gemeinsam ist, dass man ein Gratiskonto erstellen kann und dann 1-5 GB Online-Speicher gratis nutzen kann.

Im täglichen oder mindestens häufigen Einsatz habe ich Dropbox und Wuala.
Wenn du diese beiden Dienste ausprobieren willst, erstelle dein Konto über folgende Links. Dadurch bekommst du (und ich) zusätzlichen Speicherplatz geschenkt: Dropbox-AnmeldungWuala-Anmeldung

 

Dropbox

Dropbox ist sicherlich am bekanntesten. Dropbox verwende ich in der Regel aber nur noch für ganz bestimmte Einsätze:

  • Geteilte Ordner mit anderen Dropbox-Usern
    Auf geteilte Ordner können mehrere Dropbox-User zugreifen und die Inhalte bearbeiten. Da Dropbox in der Zwischenzeit eine gewisse Verbreitung gefunden hat, ist es oft das einfachste das zu benutzen, was das Gegenüber bereits kennt und nutzt. Meist ist das Dropbox.
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  • Weitergeben von grossen Dateien
    Wenn ich anderen Personen grosse Dateien weitergeben muss, mache ich das gerne via Dropbox. Dateien, die in den Dropbox-Public-Ordner gelegt werden, bekommen eine frei zugängliche (kryptische) URL, die per Mail versandt werden kann. Wer diese URL kennt, kann die Datei via Browserdownload auf den eigenen Computer holen.
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  • Dateien lokal auf dem iPhone speichern
    Der Inhalt der Dropbox ist auch via iOS-App (iPhone, iPad) zugänglich. Dafür ist selbstverständlich eine Verbindung ins Internet nötig. Es gibt allerdings eine Ausnahme: Einzelne Dateien können in der App als Favoriten bezeichnet werden. Diese werden dann heruntergeladen und lokal gespeichert. Später ist es so möglich auch ohne Netzzugriff auf diese auf dem iPhone gespeicherten Dateien zuzugreifen.

 

Wuala – der Favorit

Mein Favorit ist momentan ganz klar Wuala. Aus meiner Sicht ist Wuala sehr gut für den persönlichen Gebrauch und für den Einsatz an Schulen geeignet. Nachfolgend eine unsortierte Liste mit meinen Erfahrungen und Erkenntissen, die zum meiner positiven Bewertung von Wuala führen:

  • Gratis-Account
    Jede/r kann ein Gratis-Konto bei Wuala erstellen und erhält damit 1 GB Speicherplatz zur freien Verfügung. Wir man von jemandem für die Kontoerstellung eingeladen, der bereits ein Wuala-Konto hat, dann gibts 1 weiteres Gigabyte für den Neuling dazu.
    Selbst wenn man also keine eigenen Daten ablegt, kann man mindestens die Dateien von bestehenden schulischen Gruppen nutzen.
    Bei Dropbox, MyDrive etc. gibts von Haus aus 2 GB gratis. Das ist aber kein wesentlicher Minuspunkt für Wuala.
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  • Synchronisieren von Verzeichnissen
    Ein Verzeichnis in Wuala kann mit beliebig vielen anderen Computern synchronisiert werden. Ich kann dabei frei wählen, wo die lokalen Ordner liegen bzw. wie sie heissen sollen. Aus meiner Sicht ein enormer Vorteil. Beispiel: Mein Ordner «Schule» befindet sich auf dem Mac-Laptop im Home-Verzeichnis, in der Schule auf meinem persönlichen Serverlaufwerk und am Windows-PC zu Hause in den «Eigenen Dateien».
    Somit hat man mit der Sync-Funktion erreicht, was Dropbox auch macht: Lokale Ordner online synchron halten. Nur halt ein bisschen flexibler.
    Gemäss meinen persönlichen Beobachtungen braucht der Java-Client von Wuala relativ viel CPU-Power durch das permanente Synchronisieren. Ich starte daher Wuala ganz gezielt und es läuft nicht permanent im Hintergrund. Mach ich mit Dropbox übrigens auch so. Oder ich weise Wuala manuell an, das Synchronisieren zu pausieren. Was ich vermisse, ist allerdings die Möglichkeit, dass alle eingerichteten Syncs lediglich manuell ausgelöst werden können und sonst grundsätzlich pausiert bleiben.
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  • Rascher Benutzerwechsel
    Wuala läuft als Java-Client und ist nicht so smart ins System eingebunden wie etwa Dropbox. Allerdings kann diese Client-Variante auch ein Vorteil sein, nämlich dann, wenn mehrere Personen am gleichen Computer mit einem Login arbeiten. Schüler A startet Wuala und arbeitet mit seinen Dateien. Diese können direkt aus Wuala geöffnet und auch gespeichert werden (bei entsprechender Installation). Danach meldet sich Schüler A von Wuala ab und Schülerin B meldet sich an.
    Wuala LoginBei Dropbox wäre solches Vorgehen faktisch unmöglich. Nach dem Abmelden in den Einstellungen müsste der Dropbox-Ordner geleert werden und das Setup für den neuen User gemacht werden. Danach würde der ganze Dropbox-Ordner, bzw. definierte Ordner innerhalb der Dropbox, heruntergeladen.
    Dropbox-Fans werden jetzt anmerken, dass man sich in diesem Fall ja auch via Webplattform Zugang zu den eigenen Daten verschaffen kann. Das ist natürlich so. Aber der Aufwand für herunterladen, bearbeiten, speichern, hochladen ist relativ gross, spätestens dann, wenn man mit mehr als einer Einzeldatei arbeitet.
    Nebenbei: Nach der Installation der vorgeschlagenen Komponenten für die Integration von Wuala ins Dateisystem, wird eine virtuelles Laufwerk gemountet. Dort können Dateien und Ordner wie z.B. auf einem USB-Stick angelegt, verändert und gelöscht werden. Ohne Client-Fenster.
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  • Publizieren via Web
    In Wuala ist es möglich, ganze Verzeichnisse mit sämtlichem Inhalt übers Web zu teilen. So kann man Personen Dateien zur Verfügung stelle n, die kein Wuala-Account haben. An welcher Stelle innerhalb der Verzeichnisstruktur sich ein freizugebender Ordner befindet, ist dabei nicht wichtig.
    Es kann unterschieden werden zwischen «Öffentlich» und «Geheimem Web-Link».
    Öffentliche Verzeichnisse sind für alle Besucher der Profilseite eines Users oder einer Gruppe sichtbar. Oder natürlich auch in Wuala selbst. Als Beispiel kann hier die Primarschule Nussbaumen (Website, Wuala-Profil) gezeigt werden. Diese Schule veröffentlich mit Hilfe von Wuala Informationen, Reglemente, Ferienpläne und vieles mehr.
    Bei geteilten Ordnern mit einem geheimen Web-Link erreicht man die Inhalte nur dann, wenn man den genauen Link kennt. Im Verzeichnisbaum des Profils ist der geteilte Ordner nicht zu finden. 

    .Wuala Web
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  • Freigeben für Wuala-Kontakte
    Andere Wuala-Nutzer können in die eigene Kontaktliste aufgenommen werden. Es möglich, ganze Verzeichnisse mit sämtlichen Inhalt für einen oder mehrere Kontakte freizugeben. Die Kontakte haben dann in besagtem Verzeichnis Leserechte, können darin aber nichts verändern.
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  • Zusammenarbeit in Gruppen (mit verschiedenen Benutzerrollen)
    Jeder Wuala-User kann eigene Gruppen gründen.
    Es kann unterschieden werden zwischen «Privaten Gruppen», «Öffentlichen Gruppen» und «Business-Gruppen» (siehe dazu weiter unten).
    «Wenn Sie eine Gruppe gründen können Sie die Rollen und Berechtigungen einer Gruppe bestimmen. Standardmässig gibt es drei Rollen: Member, Moderator, Administrator. Sie können jeder Rolle spezifische Berechtigungen geben: neue Mitglieder einladen, Einfügen und Löschen beliebiger Dateien und Ordner, Einfügen von Dateien und Löschen selbst eingefügter Dateien. Zusätzlich können Sie den Rollennamen ändern und die Standardrolle für neue Mitglieder definieren.» (aus: Wuala FAQ)
    Dass für die Mitglieder der Gruppe unterschiedliche Rechte vergeben werden können, werte ich als grosses Plus. Auf der einen Seite können Lehrerteams Austauschgruppen eröffnen, auf die nur sie selber Zugriff haben und in denen alle Dokumente einstellen, erweitern und herunterladen können. Auf der anderen Seite könnten Schulleiter/innen Gruppen erstellen, in denen Lehrer/innen Dokumentvorlagen, Informationen und Protokolle abholen, aber nichts verändern können.
    Ein nettes Feature finde ich die Benachrichtigungen. Sobald jemand eine neue Datei in einen Gruppenordner ablegt, sehe ich im Bereich «Neu» eine Info. Ich kann Wuala aber auch so einstellen, dass ich eine Benachrichtigung per Mail erhalte (Details siehe hier).
    Die Grösse von Gruppen ist nicht limitiert, weder hinsichtlich der Mitgliederzahl, noch in Bezug auf die Grösse des Speicherplatzes. Dokumente, die in Gruppen eingestellt werden, werden dem Speicherplatz des hochladenden Mitgliedes angelastet und nicht wie bei Dropbox jedem einzelnen Gruppenmitglied.
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  • Si cherheit
    Das Hauptwerbeargument von Wuala ist die Sicherheit. Zwar werden bei den mir bekannten Anbietern die Daten mit verschlüsselten Verbindungen übertragen und nach der Ankunft auf den Servern der Anbieter verschlüsselt abgelegt. Bei Wuala allerdings werden die Daten bereits auf dem eigenen Gerät verschlüsselt und erst danach auf die Reise geschickt. Ein Plus an Sicherheit und zusätzlicher Schutz vor Missbrauch.
    Die zusätzliche Sicherheit hat aber auch ihren Preis. Wie schon erwähnt, ist Wuala nur mit dem Wuala-Programm (Java) nutzbar. Der Zugriff auf die Daten via simple HTML-Website ist dagegen nicht möglich. Auch Wuala bietet Webzugriff ohne eine vorgängige Vollinstallation des Clients. In diesem Fall wird dasWuala-Programm als Java-Applet heruntergeladen und verwendet. Java ist zwar standardmässig bei allen Windows- und Mac-Computern installiert, falls man aber Java mal auf einem fremden Rechner nicht verwenden kann, ist man aufgeschmissen. Zudem kann es vorkommen, dass besonders restriktive Firewalls in Firmen- oder Schulnetzen die Datenübertragung blocken. Das ist mir allerdings bisher noch nie passiert.
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  • Speicher kaufen
    Bei Wuala kann man auch relativ wenig Speicher zu einem fairen Preis kaufen (siehe Wuala Pricing). Für viele Personen wird es reichen 10 GB Speicher zu kaufen, was bereits für 29 Fr. möglich ist. Dieser Platz kann dann für 1 Jahr verwendet werden. Ein Betrag, den man sich leisten kann und wird. Man kann sich aber auch 25, 50, 100, 250 GB oder eine Kombination davon zulegen (jeweils für ein Jahr).
    Wer eine LaCie-Festplatte kauft, erhält bei einigen Platten auch noch einen Gutschein für 10 GB Online-Speicher bei Wuala geschenkt. In der Schweiz kann man zudem in ausgewählten Geschäften eine Wuala-Card mit 10 GB kaufen. Da man so keine Kreditkarte, kein Paypal-Konto braucht senkt das sicherlich die Hemmschwelle auch ein Bezahlangebot von Wuala zu nutzen.
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  • Campus- und Business-Angebot
    Wuala hat ein Angebot für Business-Kunden und eines für Bildungsinstitutionen parat.
    Bei Wuala-Business kauft die Firma Speicherplatz für eine Gruppe. Alle in dieser Gruppe abgelegten Dateien werden nicht wie üblich den hochladenden Usern angerechnet, sondern der Business-Gruppe.
    Bei Wuala-Campus kauft die Bildungsinstitution Speicherplatz für ihre Angestellten und/oder Schüler/innen. Den Speicherplatz verteilt die Institution dann via Promo-Code an die Beteiligten.
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Wuala ist schnell (genug) bei Up- und Download, trotz noch fehlender Delta-Synchronisierung. Allerdings beklagen sich Wuala-Neunutzer jeweils bei mir, wie unglaublich langsam Wuala sei. Selbst nach 2 Tagen ununterbrochenem Hochladen seien die gewählten 5 GB noch nicht vollständig hochgeladen. Meine Hilfe beschränkt sich auf den Hinweis, dass die Brandbreite, welche Wuala nutzen darf, vom Nutzer selber eingestellt werden kann (sofern der Wuala-Client vollständig installiert wurde). Ich erreiche bei meinen Downloads zu Hause  jeweils Download-Raten von mehreren MB/s. Eine gute Leitung ins Internet ist dafür natürlich Voraussetzung.
Nachdem die Personen dann ihre Werte angepasst haben, sind sie zufrieden.

Wuala iPhone AppSelbstverständlich gibt es Wuala als App auch für iPhone/iPad und für Android Mobiles.

Man könnte noch einiges sagen zu Wuala, auch im Vergleich mit Dropbox. Wer gerne mehr lesen möchte, kann z.B. folgende Beiträge im Netz anschauen: 1, 2, 3, 4, 5

 

Bedeutung für Schulen

Schulen haben oft das Problem, dass die auf den Schulservern abgelegten Dateien von zu Hause aus nicht erreichbar sind.
Schüler/innen können an ihren Arbeiten nicht weiterarbeiten, es sei denn sie denken dran, immer ihren USB-Stick mit den neuesten Dokumentversionen zu füttern.
Lehrer/innen haben keinen Zugriff auf die Dokumentvorlagen der Schule, sie können das Protokoll der letzten Sitzung zu Hause nicht lesen oder nicht am gemeinsamen Dokument zur Vorbereitung der nächsten Projektwoche arbeiten. Gerade beim hohen Anteil an Teilzeitangestellten sind diese Probleme nicht zu unterschätzen.

Lehrer/innen und Schüler/innen brauchen eine Dateiablage, die in der Schule und Zuhause genutzt werden kann. Sie brauchen einen Ort an dem sie jederzeit an gemeinsamen Dokumenten arbeiten und Informationen austauschen können. Online-Speicher bietet sich dafür an.

Gut möglich, dass in Zukunft Online-Speicher die Inhouse-Fileserver von Schulen ablöst, mindestens aber ergänzt. Dadurch könnte vielleicht gar Geld gespart werden. Bei diesem Szenario darf man aber keinesfalls vergessen, dass bei flächendeckendem Einsatz von Cloud-Diensten zwingend potente Internetanbindungen nötig sind. Die standardmässigen SAI-Anschlüsse werden bei weitem nicht reichen. Auch die Erhöhung der Bandbreite muss bedacht und budgetiert werden.

Für die Einführung und Verankerung von Online-Speicher-Diensten an Schulen, gibt es einen noch viel wichtigeren Punkt als die Funktionen der angebotenen Lösungen: Die bestehende Verbreitung und der Bekanntheitsgrad eines Dienstes. Was nützt es, wenn das Angebot von Wuala gute Möglichkeiten bietet, aber alle nur Dropbox brauchen?
Für die erfolgreiche Nutzung von Online-Speicher-Angeboten im Schulalltag spielt die Akzeptanz der einzelnen Beteiligten eine enorm wichtige Rolle und muss zwingend berücksichtigt werden. In diesem Sinne können Produktvergleiche immer nur ein Puzzlestein des Evaluations- und Implementierungsprozesses sein.

 

Hast du eigene Erfahrungen mit einem Online-Speicher: Persönlich oder in deiner Schule?
Ich bin sehr interessiert an deiner Meinung. Benutze die Kommentarfunktion.

enter – Ratgeber digitale Medien

Die Swisscom hat in den vergangenen Jahren den SchoolNetGuide publiziert. Es handelte sich dabei um einen Internet-Ratgeber, der ursprünglich für Lehrer/innen konzipiert, aber auch darüber hinaus sein Publikum gefunden hat. In einer ganzen Reihe von Broschüren hat die Swisscom viele Internetthemen aufgegriffen und dazu Infos, Tipps und Links zusammengestellt.

Seit der letzten Ausgabe des SchoolNetGuides zum sozialen Internet sind bereits fast zwei Jahre vergangen. Doch nun ist ein Nachfolger gefunden:

enter – Ratgeber digitale Medienenter

Risiken und Gefahren der Medienwelt

Die aktuelle Broschüre widmet sich dem Jugendmedienschutz. Sie ist wirklich gelungen und sehr interessant. Sie kann heruntergeladen (PDF) oder online betrachtet werden.

Alle erdenklichen Risiken von Pornos auf dem Handy, Killerspiele, Cyber-Mobbing und Cyber-Grooming bis hin zu möglichen Suchtverhalten werden aufgegriffen und erläutert. Dies geschieht aber nicht im Sinne einer Verteufelung der Medien. Es handelt sich vielmehr um eine Bestandesaufnahme der aktuellen Risiken und Gefahren.

Zu jedem Thema werden schliesslich Strategien für Eltern und deren Kinder zum Umgang mit den Gefahren aufgezeigt.

Medienkonvergenz

Interessant finde ich den Wandel vom SchoolNetGuide zu Enter in Bezug auf die Medienkonvergenz. Während der SchoolNetGuide lediglich als Print/PDF zur Verfügung stand, steht jetzt eine angereicherte Plattform im Internet zur Verfügung.

So kann z.B. das Interview mit Prof. Daniel Süss in der Broschüre nachgelesen und in verkürzter Form auch als Video-Interview angeschaut werden. Auch für die anderen Experten-Interviews ist das so.
Selbstredend ist, dass es ausführliche, kommentierte Linklisten und Hinweise zu weiterführenden Quellen im Internet hat.
Für Eltern steht auch ein sogenannter «Medienkompetenz-Test» bereit. Dieser verdient allerdings seinen Namen nicht im geringsten. Es wird den Eltern höchstens aufgezeigt, was sie über die neuen Medien und den Umgang ihrer Kinder damit alles nicht wissen. Abgesehen von einigen nichtssagenden Sätzen, werden am Schluss lediglich eine Reihe von Links präsentiert.

Ich freue mich auf weitere Ausgaben von enter.

Tools for Schools & e-garden

Via edublog.ch bin ich auf die Site Web 2.0: Cool Tools for Schools gestossen. Es handelt sich um eine Sammlung von meist kostenloser Software oder Online-Tools, die in der Schule (und anderswo) eingesetzt werden können. Die Angebote sind gut gegliedert und in folgenden Kategorien abgelegt:

Presentation Tools, Collaborative Tools, Research Tools, Video Tools, Slideshow Tools, Audio Tools, Image Tools, Drawing Tools, Writing Tools, Music Tools, Organising Tools, Converting Tools, Mapping Tools, Quiz and Poll Tools, Graphing Tools, Creativity Tools, Widgets, File Storage & Web Pages

Cool Tools for Schools

Es lohnt sich, die aufgelisteten Angebote mal zu überfliegen. Neben vielen bekannten Tools gibt es für mich auch ein paar neue Perlen.

In diesem Zusammenhang kommt mir auch noch der e-garden für digitale tools und e-learning werkzeuge in den Sinn. «Der e-garden ist eine Liste von Werkzeugen, Software, Frameworks und allen Tools die man für´s E-Learning gebrauchen kann. e-garden wird gepflegt von Axel Nattland.» e-garden listet im Gegensatz zu «Tools vor Schools» auch viele kostenpflichtige, professionelle Programme auf.

e-garden

Für mich ist es wichtig, eine Palette an Tools für den Unterricht bzw. für unterschiedliche Unterrichtsszenarien zu kennen. Wenn ich Lehrer/innen beim Einsatz von Medien im Unterricht berate, dann haben sie keine Vorstellung von dem, was möglich ist. Sie kennen die Potentiale von Computer & Co schlicht weg nicht.
Bei der Vorbereitung von Unterrichtsprojekten beschäftigen wir uns jeweils zu 80% mit allgemeindidaktischen Fragen und nicht wie angenommen werden könnte mit Computertools: Welche Ziele sollen verfolgt werden? Wie kann der Lernprozess gefördert werden? Welche Methoden und Sozialformen können eingesetzt werden? Wie werden Gruppen gebildet? Sollen Schüler/innen kooperativ arbeiten? Wie wird der Lernerfolg überprüft? u.a.m.
Aufgrund meines Wissens und Know-hows ist es mir dann möglich, die Potentiale der Medien aufzuzeigen. Dafür muss ich unter anderem auch geeignete Tools kennen. Schlussendlich ist dieses Know-how im Umgang mit den Tools ein wichtiger Bestandteil einer praxisbezogenen Beratung.

WORLDDIDAC Basel 2008

Momentan findet in Basel die internationale Bildungsmesse WORLDDIDAC statt (29. – 31. Oktober 2008). An dieser Messe buhlen eine Unmenge Dienstleister und Verlage um die Aufmerksamkeit der Messebesucher/innen.

410 Ausstellende aus 32 Ländern auf 8940 Quadratmetern. Das sind die nackten Zahlen der WORLDDIDAC Basel 2008. Wer jeder ausstellenden Firma oder Institution fünf Minuten widmen wollte, brauchte dafür gut 34 Stunden – acht Stunden mehr als die Messe insgesamt geöffnet ist. Falls Sie vom 29. bis 31. Oktober nach Basel reisen, verteilen Sie also Ihre Aufmerksamkeit mit gutem Grund selektiv und subjektiv.
(Quelle: Zeitschrift des Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen und LehrerBildung Schweiz, Ausgabe 10a/2008)

Ich habe den Rat von Heinz Weber von Bildung Schweiz befolgt und mich vor allem auf Stände zu elektronischen Medien beschränkt. Hierzu ein paar Bemerkungen:

Interaktive Whiteboards

Bis vor kurzem mussten all diejenigen Leute, welche interaktive Whiteboards einsetzten mit Sonnenbrille unterrichten. Der Decken-Beamer wirft sein Licht nämlich nicht nur auf die fix montierte Tafel, sondern auch auf diejenigen, die davor stehen. Unangenehm.
Gestern nun haben wir bei allen Anbietern Systeme gesehen, bei denen der Beamer mit dem Board verbunden und das Bild steil von oben auf das Board wirft. Dadurch werden die Lehrer/innen nicht mehr geblendet und die Tafel wird höhenverstellbar. Letzteres ist gerade für die Arbeit mit Kindern in der Schule enorm wichtig.
Die (technischen) Details der verschiedenen Produkte (Boards, Software u.a.) konnten wir natürlich nicht bis ins Detail ausloten. Die Software von SMART macht einen sehr guten Eindruck und die Notebook-Version wurde gar mit dem Worlddidac Award 2008 ausgezeichnet (Pressemitteilung von SMART).

Persönliches Fazit:

  • Installationen und Software haben sich weiter verbessert.
  • Öffentliche Schulen sind kaum mit interaktiven Whiteboards ausgerüstet.
  • Das didaktische Potenzial der Board wird an Schulen praktisch nicht genutzt.
  • Es braucht bei der Einführung nicht nur technische, sondern auch didaktische Schulungen.
  • Unterrichtseinheiten müssen auf dem eigenen Computer vorbereitet und simuliert werden können.
  • Interaktive Whiteboards müssen im Informatikkonzept einer Schule berücksichtigt werden.

Lernplattformen

Selbstverständlich durfte ein Besuch am Stand von educanet2.ch nicht fehlen. Bei Ueli Zumkehr haben wir ein paar Änderungs-/Verbesserungswünsche angebracht. Obwohl ich bezweifle, dass die Messe dafür der richtige Ort war.

Etwas auf den Holzweg hat mich zunächst das Produkt KnowledgePlus geführt. Name und Slogan der Webplattform implizieren, dass es hier hauptsächlich um Wissensmanagement geht. In Tat und Wahrheit handelt es sich hier aber um ein Lernmanagement-System (LMS), das an Schulen eingesetzt werden kann.
Stellt sich natürlich immer die Frage, weshalb eine Schule für ein solches Produkt bezahlen und nicht auf ein kostenloses OpenSource-LMS (Moodle, ILIAS, …) setzen soll.
Die Antwort ist einfach: Öffentlich Schulen verfügen meist nicht über das entsprechende Know-how und die notwendigen Ressourcen, um eine solche Plattform zu betreiben (Installation, Betrieb/Wartung, …). Es macht also durchaus Sinn einen professionellen Dienstleister einen Vertrag abzuschliessen. Systemanpassungen an die eigenen Bedürfnisse, Support und Schulungen können dann von einem einzigen (kompetenten) Partner bezogen werden.
KnowledgePlus ist ein Produkt der Ivaris AG aus Wallisellen, das seit 2003 existiert und laufend weiter entwickelt und optimiert wird.

Ebenfalls unbekannt war mir bisher Fronter. Das mag damit zusammenhängen, dass Fronter (bisher) im Schweizer Markt gar nicht vertreten ist.
Fronter ist ein enorm umfangreiches LMS mit wahnsinnig vielen Werkzeugen und Möglichkeiten. In Fronter integriert lässt sich nun sogar das Webkonferenzsystem Elluminate nutzen. Was zwar die die hohe Ausbaustufe von Fronter zeigt, aber für öffentliche Schulen natürlich nicht zentral ist. Die Schüler/innen sehen sich ja täglich im reellen Klassenzimmer.
Auf der Informationsseite für Schulen werden die Möglichkeiten von Fronter aufgelistet. Diese führen weiter als die üblichen üblichen Kommunikations-, Kooperations- und Lernsteuerungsmöglichkeiten. Genannt wird auch ein persönliches ePortfolio, ein Eltern-Login, Notenmanagement und Lernfortschritt-Dokumentation für Lehrer/innen, Werkzeuge zur Wissenskooperation innerhalb der Institution u.a.m. Die Möglichkeiten sind beeindruckend.
Die nette Dame am Stand, welche leider kein persönliches Kärtchen dabei hatte, hat mir zudem erklärt, dass es in der Schweiz eine Einführungsaktion für Fronter gebe. Die Aktion heisst, glaube ich, «get started». Schulen können Fronter ein ganzes Jahr lang kostenlos nutzen. Im Gegenzug geben sie Rückmeldungen zur Plattform und deren Einsatz. Und Fronter möchte die Schule als Schweizer Schulprojekt in ihren Dokumentationen herzeigen. Ein Geben und Nehmen halt.

An der WorldDidac habe ich auch noch eine Veranstaltung in der Arena besucht, ein paar bekannte Gesichter getroffen und nette Gespräche geführt. Alles in allem ein angenehmer und ergiebiger Tag.

Evaluations-Handbuch für eLearning-Projekte

Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich hat ein Handbuch zur Evaluation von eLearning-Projekten publiziert, den sogenannten Evalguide.

Evalguide

Dieses Handbuch unterstützt Sie

  • bei der Evaluation eines eLearning-Projektes (Projektevaluation)
  • bei der Evaluation einer Gruppe von Projekten, z. B. aller eLearning-Projekte an einer Hochschule oder innerhalb eines Förderprogramms (Programmevaluation).

Neben allgemeinen Informationen zu Evaluationsthemen und den Materialien (z.B. Fragebögen-Vorlagen) bietet die Site Checklisten zur Durchführung von Evaluationen. Diese Listen müssen an die eigenen Projekte und Bedürfnisse angepasst werden.

Wer sich mit dem Evalguide beschäftigt, kann aussagekräftige Evaluationen durchführen, bei denen viele verschiedene Perspektiven beachtet werden. Ein rundum hilfreiches Angebot.

Web-2.0-Tools für die Schule

Der Lehrer Alfons Musolf hat als Nebenprodukt seiner Masterarbeit zum Einsatz von Web 2.0 Applikationen in der Schule eine Website zum Thema aufgeschaltet: http://www.schulezwonull.de/

SchuleZWOnull

Die Website «Schule ZWO null – Zukunfts Wissen Online»

wendet sich an LehrerInnen, die sich nicht scheuen, freie Programme, die im Internet angeboten werden, in der Schule und im Unterricht einzusetzen.
Diese Programme

  • können zu Erleichterungen bei der täglichen Schul-Arbeit führen,
  • ermöglichen eine einfache Zusammenarbeit über das Internet,
  • sind von jedem Computer mit Internetanschluss aus zu nutzen,
  • müssen nicht auf dem eigenen Rechner installiert werden,
  • sind kostenlos.

SchuleZWOnull beleuchtet hauptsächlich die Bereiche «Organisation, Unterricht, Förderung, Fortbildung, Präsentation». In jedem Bereich werden einige Web-2.0-Tools mit konkreten Einsatzmöglichkeiten vorgestellt. Diese reichen von der Terminfindung mit Doodle, dem gemeinschaftlichen erstellen von Dokumenten mit Google Docs, zum Sammeln von Links mit Mister Wong, bis hin zum Erstellen von kleinen Lerneinheiten für Schüler/innen mit NanoLearning.

Sehr angenehm ist, dass zu den verschiedenen Tools Screencasts betrachtet werden können. Auf der Übersichtsseite werden alle vorgestellten Tools aufgelistet.

Die vorgestellten Tools sind tatsächlich für Lehrer/innen gratis und auf einfache Art einsetzbar: Entweder für den persönlichen Gebrauch, für den Austausch und die Zusammenarbeit im Lehrerteam und auch für den Unterricht bzw. die Unterrichtsvorberereitung/-nachbereitung.
Im Alltag kenne ich aber (fast) keine Lehrer/innen, die webbasierte Tools für sich oder für ihren Unterricht verwenden. Aus meiner Sicht halten folgende Fragen der Lehrer/innen von der Verwendung von solchen Webtools ab:

  • Jeder kann (theoretisch) alles lesen, was ich produziere. Ist das gut genug dafür?
  • Weshalb soll ich überhaupt etwas im Internet publizieren? Das war und ist nicht nötig.
  • Bei wem liegen eigentlich meine Daten? Was wird alles damit gemacht?
  • Webseiten mit meinen mühsam gesammelten Daten könnten einfach wieder verschwinden. Und dann?

Es ist gut, wenn Schule ZWO null die Chancen und Potentiale von Web-2.0-Tools beleuchtet. Die Gefahren von Web 2.0 in der Schule müssen auf dieser Site nicht beleuchtet werden, dürfen aber dennoch nicht vergessen werden.

Lernen mit Handy & Co in der Schule

In letzter Zeit habe ich vertieft mit Themen zum Einsatz von Mobiles (Handy, PDAs u.a.) im Unterricht auseinandergesetzt. Im Zentrum stand immer die Frage, wie und wozu denn Handy & Co im Unterricht sinnvoll und gewinnbringend eingesetzt werden könnten.

Fakt ist folgendes Ergebnis aus der JIM-Studie 2007:

Mit einer Besitzrate von 94 Prozent unter den 12- bis 19-Jährigen ist das Handy das am weitesten verbreitete Medium bei Jugendlichen und aus der heutigen Jugendkultur nicht mehr wegzudenken.

Handies sind für Jugendliche zum persönlichen Begleiter geworden. SMS/MMS sind eine Selbstverständlichkeit und die meisten Handies verfügen über die Möglichkeit im Internet zu surfen.

Die Initiative secure-it.nrw hat neu die Broschüre «Handy & Co, Lernen über mobile Anwendungen» (für Grundschule und Sek I) zum Download bereitgestellt. Die Begründung für den Einsatz von mobilen Medien im Unterricht scheint mir zentral:

Broschüre Handy & CoEine Entwicklung mit Folgen, denn so positiv die Technik einerseits genutzt werden kann, so erschreckend sind auf der anderen Seite die potenziellen Gefahren, die damit verbunden sind. Als Beispiel seien Videoclips mit pornographischen Inhalten oder Gewaltdarstellungen genannt, die von Websites heruntergeladen oder als „Happy Slapping“-Kurzfilme selbst erstellt werden. Immer wieder werden diese auf Schulhöfen oder während des Unterrichts von Handy zu Handy weiter verbreitet. Diese Tatsache – in Kombination mit den Nutzungsgewohnheiten der Schülerinnen und Schüler – erfordert pädagogisches Handeln im Sinne einer reflexiven Medienkompetenz.

Im Zentrum der Bemühungen stehen in der Schule folglich medienerzieherische bzw. medienbildnerische Anliegen. Schüler/innen sollen medienkompetente Menschen werden.

Allerdings dürfen m.E. fachdidaktische bzw. mediendidaktische Anliegen nicht vernachlässigt werden. Das Handy sollte zum jetzigen Zeitpunkt aus meiner Sicht nicht nur Unterrichtsinhalt, sondern auch Lernwerkzeug sein. Der Grund dafür ist eigentlich einfach, bedarf aber der nachfolgenden Erklärung:

Die Medienbildung in der Schule fristet nach wie vor ein Schattendasein. Lehrer/innen meinen, dafür nicht auch noch Zeit zu haben, neben all den anderen wichtigen Unterrichtsinhalten wie Deutsch, Fremdsprachen, Mathe u.s.w. Das Ziel für sie ist schliesslich, dass die Schüler/innen fehlerfrei lesen, schreiben, rechnen lernen. Medienbildung ist aus ihrer Sicht auch deshalb nicht so wichtig, weil ja sowieso alle Schüler/innen über ein Handy und über ausgeprägte Internet-Erfahrungen verfügen. Mobiles in der Schule sind schlicht überflüssig.
Was aber, wenn Handy & Co als Werkzeug zum (besseren, anderen) Lernen von bestehenden Unterrichtsinhalten in den bereits erwähnten Fachbereichen eingesetzt werden könnten? Dann geht ja keine Unterrichtszeit verloren, weil man ja die Inhalte ohnehin erarbeiten muss. Für Lehrer/innen ist das durchaus ein möglicher Grund, die Geräte einzusetzen. Mit Mobiles können z.B. Fremdwörter auswendig gelernt oder Versuche in Physik dokumentiert werden. Es können kreative Produkte entstehen und es kann kommuniziert werden. Der Mehrwert für das eigentliche Fachlernen ist in diesen Fällen vielleicht winzig klein. Für die Anliegen der Medienbildung kann dieser Einsatz aber bereits sehr wichtig sein. Wenn die Geräte schon mal da sind, kann man sich ja auch mit ihnen auseinandersetzen. Mediendidaktik als Hintertürchen zur Medienbildung.

Fazit meiner Überlegungen zu Mobiles im Unterricht:
Lehrer/innen sind diejenigen Personen, die neue Medien wie Handy & Co in ihren Unterricht integrieren. Der tatsächliche Einsatz hängt von ihrer Akzeptanz und ihrer Bereitschaft ab. Lehrpläne und Lehrmittel bilden eine wichtige Grundlage für den Einsatz und die Thematisierung von Medien im Unterricht. Jeder Medieneinsatz im Unterricht sollte aus meiner Sicht zwingend fachdidaktische Ziele in bestehenden Fachbereichen verfolgen. Durch dieses mediendidaktische Hintertürchen wird es vielleicht möglich, medienerzieherische bzw. medienbildnerische Anliegen besser zu etablieren.

Ach ja:
Ein paar URLs zum Lernen mit Handy & Co in der Schule habe ich in meiner Linksammlung festgehalten.

7 Mythen zu ICT in der Schule

In Dillingen fand letzte Woche eine Tagung mit dem Titel «Netzwerkbildung und Wissensteilung: Schule als Learning Community». Alle Vorträge können hier mit den zugehörigen Foliensätzen heruntergeladen werden. Toll, so kann ich auch (ein wenig) teilnehmen, obwohl ich gar nicht vor Ort war.

Ich habe mir den von Beat Döbeli Honegger angesehen: «Ubiquitous eLearning: Lernen in Zeiten allgegenwärtiger Informations- und Kommunikationstechnologie». Die 890MB grosse Datei für etwas mehr als eine Stunde Film (inkl. Frage-/Diskussionsrunde) habe ich mir gegönnt. Für alle, die den Download noch nicht gestartet haben, hat Beat Döbeli Honegger das Video (in der Zwischenzeit) auch in kleinerer Version publiziert (49MB, siehe unten).

Der Vortrag hat mir sehr gut gefallen. Beat Döbeli Honegger schafft es (einmal mehr) auf unterhaltsame Art und Weise die Situation von ICT in der Schule zu beschreiben. Ich möchte an dieser Stelle nur kurz die von ihm benannten 7 Mythen auflisten:

  1. Die technische Entwicklung ist weitgehend vorüber.
  2. ICT = Word, Excel, Powerpoint, E-Mail, WWW
  3. Die Schul-ICT-Infrastruktur ist ideal.
  4. Die Lehrerschaft kanns.
  5. Die jungen könnens.
  6. Anwendungswissen reicht.
  7. Anwendungswissen und Medienkompetenz reicht.

Es lohnt sich sehr, die Ausführungen dazu anzuhören bzw. anzuschauen. Im ersten Teil wird man übrigens mit mobilem Lernen nach Döbeli konfrontiert. Hier das Video:


Links:
Tagungsblog mit Links zu Videos und Foliensätze.
– Website Döbeli Honegger mit Foliensatz (inkl. Sprechtext) und Video

Bei Gelegenheit schaue ich mir auch noch einige andere Vorträge der Tagung an, die ebenfalls vielversprechend tönen.

Handy… und wann klingelt´s bei dir?

«Handy… und wann klingelt´s bei dir?» ist ein Projekt von praxis-umweltbildung.de.

Handy bei Praxis-Umweltbildung

Das Projekt Handy… und wann klingelt’s bei dir?! regt Jugendliche an, ihren persönlichen Handygebrauch zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen. Kreativ und selbständig erarbeiten sich die Jugendlichen eigene Handlungsalternativen in ihrem täglichen Umgang mit dem Handy.

Das Projekt richtet sich an 12-15-Jährige in Schulen, Vereinen u.a. Es werden Materialien zu mehreren Workshops angeboten: Kommunikation, Recycling, Status, Strahlung, Sucht, Technik. Die ansprechenden Materialien (Arbeitsaufträge, Kopiervorlagen, Informationen u.a.) sind sehr umfangreich und können in der Schule auch nur auszugsweise eingesetzt werden.
Unter der Adresse www.handy-trendy.de werden Arbeits-Ergebnisse zu den Workshops von Jugendlichen präsentiert. Daneben gibt es eine interessante Linkliste.

Sehenswert ist auch die Liste mit Medien & Links.

(via netzlernen.ch)

Videoplattformen für Bildungszwecke

Youtoube, Sevenload, MyVideo oder Clipfish machen das Publizieren von Videos kinderleicht. Neuerdings gibt es aber eine ganze Reihe von Plattformen, die sich speziell auf den Bildungsbereich einrichten. Wohl mit dem Ziel, dass dort nur «sinnvolle» Inhalte publiziert werden. Missbräuchliche Inhalte sollen da wohl keinen Platz finden können.

Im Netz bietet sich seit diesem Jahr Teachertube für die Publikation von lehrreichen Videos an. Bis anhin sind hier aber nur englische Videos zu entdecken.
Für deutsche Videos kann man auf YouTeach zurückgreifen. Nach dem Motte «Jeder ist ein Lehrer» kann hier jede/r seine Videos u.a. publizieren. BASF verbreitet hier einen Podcast, den «Chemie Reporter». Videos sind fast noch keine eingestellt.

Nun gesellt sich auch noch www.minipodium.ch der Fachhochschule Nordwestschweiz hinzu. Allerdings unterscheidet sich dessen Ausrichtung von den anderen Plattformen. Die Plattform wünscht sich einen stark medienpädagogischen Bezug. Sie soll es ermöglichen, Videoproduktionen von Schülerinnen und Schülern zu publizieren.

Dabei bietet www.minipodium.ch Hilfestellungen für die Produktion, Ansprechpersonen für Probleme, einige zusätzliche Funktionen für eine effiziente Übersicht über die Videos und etwas später auch didaktische Unterrichtshilfen und Ideen.

Eigentlich eine interessante Idee. Ob Lehrer/innen durch diese Möglichkeit aber angeregt oder ermutigt werden, in ihren Klassen eigene Videos herzustellen, bleibt für mich mehr als fraglich. Wünschenswert wäre, wenn der redaktionelle Teil mit den Hilfen und Tipps für Lehrer/innen ausgebaut würde.
Ich bin gespannt auf die ersten Projekte.