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MonatsarchivApril 2007



EduMedia & Querbeet Thomas am 28. 04. 2007

Gesunder Menschenverstand in der Medienpädagogik

Peter Suter nimmt in seinem Artikel Bezug zur immer wiederkehrenden Diskussion der Medienverwahrlosung. Er bemängelt, dass die Medienpädagogen immer nur dieselbe Leier zum Besten geben:

Achtung vor dem bewahrpädagogischen Zeigefinger! […] Dabei habe nie gezeigt werden können, dass ein direkter monokausaler Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Gewalt bestehe. Wir müssten da differenziert an die Sache herangehen, nichts und niemanden verteufeln, verärgern, in die Pflicht nehmen oder zur Verantwortung ziehen. Das alles wäre viel zu unwissenschaftlich, zu wenig differenziert.

Ich selber sehe die Ratschläge der versammelten Medienpädagogen nicht ganz so einseitig wie Peter. Sehr wohl sind die Aussagen aber nur schwarz-weiss, entweder-oder. Entweder sollte man die Kinder möglichst lange von bestimmten Medien fernhalten, wie dies von Manfred Spitzer oder Clifford Stoll empfohlen wird. Oder aber sie dürfen/sollten möglichst früh an den Umgang mit Medien herangeführt werden.
Bei mehreren Experten gibts halt auch mehrere, unterschiedliche Meinungen. Das ist überall so.

Zur Auseinandersetzung verschiedener Personen mit dem medienpädagogsichen Alltag meint Peter Suter:

Wer eine klare Antwort wagt, wird schnell in die Bewahrpädagogenecke gestellt und damit als wissenschaftlich unhaltbar abqualifiziert. Nur keine Strafen, nur keine klaren Aussagen, auf denen ich behaftet werden kann.

Sofern die erwähnte, klare Antwort in Richtung eines Verbotes geht, ist das tatsächlich so. Wer die Worte “Medien” und “Verbot” im gleichen Atemzug nennt, wird als hinterwäldnerisch dargestellt oder zumindest belächelt. Was mich daran stört, ist die Tatsache, dass die einzelnen Situationen bzw. Fälle sehr undifferenziert angeschaut werden. Schulen etwa, die ein Handyverbot im Unterricht erlassen (mit Ausnahme die Handys selbst sind Arbeitsmittel im Unterricht), werden allein wegen des Wortes “Verbot” abqualifiziert. Das darf doch nicht sein!
Verbote können in der Erziehung aus meiner Sicht durchaus Sinn machen. Das habe ich in einem Beitrag zu Handyverboten an Schulen bereits einmal gesagt. Aufschrei erlaubt (z.B. als Kommentar).

Was sage ich meinem Kind? Was soll es und was nicht? Wer sollte denn hier eine Antwort wissen, wenn nicht die Medienpädagogen?

Dass Peter je ganz klare, eindeutige Tipps oder Direktiven von Medienpädagogen oder Pädagogen allgemein erhalten wird, wage ich zu bezweifeln. Ich denke, mit einem auf dem gesunden Menschenverstand und auf dem eigenen Gespür basierenden Mix aus den bestehenden Schwarz-Weiss-Meinungen fährt man sicherlich nicht schlecht. Das ist dann selbstverständlich nicht wissenschaftlich belegt. ;-)

medienkompetenz Thomas am 24. 04. 2007

Lehrer können keine SMS-Texte schreiben

Diesen Titel trägt ein Artikel von lehrer-online.de.

Wie die britische Nachrichtenagentur Ananova meldet, mussten Pläne, Kölner Eltern per SMS über Schulschwänzen zu informieren, aufgegeben werden, nachdem Lehrkräfte zugegeben hatten, dass sie nicht wussten, wie man eine SMS verschickt.
[…] “Wir wollten einen einfachen Weg für Lehrer schaffen, um Eltern zu informieren, wenn ein Kind im Unterricht fehlt. Als ich hörte, dass wir dazu Schulungen anbieten müssten, konnte ich es nicht glauben. Man sagte mir, dass viele Lehrer nicht wüssten, wie man eine SMS verschickt.”

Nichts ist selbstverständlich. Die Medien und elektronischen Werkzeuge ändern sich laufend. Das wird auch in Zukunft nicht anders sein. Weshalb soll es also falsch sein, dass Lehrer/innen in die Handhabung von SMS eingeführt werden?

Querbeet Thomas am 24. 04. 2007

CDs kopieren und Tauschbörsen

Die Stiftung für Konsumentenschutz hat eine Handlungshilfe (pdf) zum Urheberrecht in Bezug auf Musik und Filme herausgegeben. Damit es wieder einmal schwarz auf weiss zu lesen ist.
Aus dem Communiqués:

Die Handlungshilfe ist auf dem neuesten Stand der technischen Entwicklung und der Rechtsprechung. Wie können Dateien aufs Handy geladen werden? Was sagen die jüngsten Gerichtsurteile zu Tauschbörsen? Was sollen Konsumenten angesichts der Anzeigen des Unterhaltungsindustrieverbandes IFPI tun?

Querbeet Thomas am 18. 04. 2007

Wegwerf-eMail-Adresse

Die eigene eMail-Adresse gebe ich nicht so gerne her, um nur mal schnell ein Testkonto bei einem Angebot im Netz zu eröffnen. Wer weiss, was mit meiner Adresse alles angestellt wird. Mit SPAM werde ich auch so schon genug eingedeckt.

temporaryinbox.com

Die Dienste temporaryinbox.com und guerrillamail.com bieten Wegwerfadressen an. Schnell, einfach und ohne Registrierung.

Mobile & medienkompetenz Thomas am 14. 04. 2007

Handy in der Schule: Verbieten oder nutzen?

Wie bereits in einem früheren Beitrag beschrieben, finde ich ein flächendeckendes, generelles Verbot von Handys und ähnlichem nicht unbedingt sinnvoll.

Nach spannenden Diskussionen im Lehrerteam meines kleinen Schulhauses haben wir uns entschlossen, kein generelles Verbot von Handhelds auf dem Schulhausareal zu erlassen. Vielmehr haben die sehr, sehr vereinzelt aufgetauchten MP3-Players, PSPs und Handys zu Gesprächen in den Schulzimmern geführt.
Da das Thema in der Presse immer wieder mal präsent ist, haben wir uns entschlossen, einen Artikel im Mitteilungsblatt der Schule zu publizieren: Handhelds auf dem Pausenplatz (pdf).

Als Quellen für Aussagen in besagtem Artikel dienten u.a. folgende Seiten:

Können und sollen nun aber Lehrer/innen das Handy selbst zum Gegenstand des Unterrichtes machen? Falls diese Frage mit ja beantwortet wird, bieten die folgenden Angebote Hilfen für den Handyeinsatz im Unterricht:

Linktagung “Handy in der Schule”Zudem findet am 30. Mai bzw. am 5. September 2007 in Zürich eine Linktagung zum Thema “Das Handy in der Schule” statt.

ict-in-der-schule Thomas am 01. 04. 2007

eBuddy, eTutor, eTrainer für Lehrer/innen

In Österreich wurde ein System entwickelt, mit dem Lehrer/innen beim Einsatz von IKT unterstützt werden: eCoaching – eBuddy, eTutor, eTrainer

Am Anfang steht die Beziehung von einem eBuddy zu einem Schützling. Ein eBody ist eine Lehrperson, die bereits versiert ist, Computer in ihrem Unterricht einzusetzen. Schützlinge sind Lehrer/innen, die Unterstützung wünschen.

eBuddy

Eine mit IKT noch nicht so vertraute Lehrkraft kann eine Kollegin oder einen Kollegen für ein paar Wochen als Coach (eBuddy) „mieten“, damit dieser Coach ihr

  • Unterrichtssequenzen mit Einbindung der Neuen Medien live miterleben lässt,
  • bei der Vorbereitung eigener Unterrichtssequenzen mit Internet und Co behilflich ist,
  • bei der Durchführung von Unterrichtssequenzen mit Internet und Co assistiert und
  • bei der Nachbereitung dieser Stunden hilft?

Entlöhnt werden die eBuddys für ihre Tätigkeit pauschal mit 200€.

Nach dem erfolgten Einsatz von eBuddys folgen eTutoren (Begleitung mehrerer Kolleg/innen) und eTrainer/innen (Begleitung von Schulhausteams).

Mir gefällt der Ansatz von eBuddys sehr gut. Ich glaube, dass der persönliche Kontakt und die individuelle Begleitung gerade in der Startphase enorm wichtig sind. Aus meiner Sicht ist das ein vorbildlicher Weg, um den Einsatz von IKT im Unterricht zu fördern.